Ist der Ruf erst ruiniert…

Werbung nervt. Vor allem die digitale Werbung. Um diese Nervensäge zu unterbinden, gibt es neuerdings die so genannten Adblocker, die digitalen Werbungverhinderer.
Was Konsumenten ebenso nervt, sind Verpackungen. Nur, leider,
da gibt es keine Verpackungsblocker. Demzufolge, in Abwesenheit des Verpackungsblockers, bleibt den ach so kritischen Verpackungs-desavouierern vom Dienst nur eins: über Verpackungen schnöden, sie mental in die Schmuddelecke verbannen.
Dagegen etwas unternehmen, mit dem Ziel, die Verpackung aus dem schummrigen Licht der Schmuddelecke ans Licht der Sonne zu holen, das brächte eigentlich nur die Branche selbst fertig. Aber sie tut nix gegen das angeschlagene Imitsch. Frei nach Wilhelm Busch: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.
Die Verpackungsbranche ist eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft, in der sich keiner kümmert, was links und rechts passiert; sie ist heterogen. Die einen haben’s mit Karton, die anderen mit Kunststoff, weitere mit Blech, Aluminium, Holz usw. Ergo – was könnte denn Gattungsmarketing den einzelnen Packstoffprotagonisten schon bringen? Teures Reputations-Make-up für andere? Nööö. Es lebt sich doch eigentlich ganz schön ungeniert – in der Anonymität… ■