Blauer Brief aus China

Seit Anfang Jahr importiert China keine Abfälle mehr. Deutschland sitzt nun auf 560’000 Tonnen unrecyceltem Plastik. Auch die Schweiz kann ihr Aufkommen an Plastikabfall nicht mehr bei den Chinesen deponieren. Der SPIEGEL schreibt dazu: Der Brief aus China (quasi das Kündigungsschreiben, der blaue Brief) habe die Abfallbranche weltweit in den Panikmodus versetzt. Denn in kein anderes Land sei in den vergangenen Jahren so viel Plastikabfall geliefert worden. «Das meiste zwar nur Gewerbeabfall, nicht das liebevoll sortierte Material aus der guten alten Gelben Tonne.» Aber immerhin: Gewerbeabfall in Hülle und Fülle, allein 2016 elf Millionen Tonnen aus Europa. Und von der amerikanischen Westküste aus gingen täglich 1500 Container über den Pazifik. In dem Schreiben (WTO 17-3880) teilt China der Welt mit, dass es nach einer dreimonatigen Übergangszeit vom 1. Januar 2018 an die Einfuhr von 24 Abfallsorten verbieten werde: unsortiertes Altpapier, metallische Schlacken, Aschen, Textilien, Plastikabfälle und Plastikschnipsel, Plastikbruch aus alten Autos, CDs, Elektroschrott, unsortierte Folien, PET-Flaschen, Bobbycars, Shampooflaschen, Kabel etc., etc. – Wie weiter? Man darf gespannt sein, wie sich der Kunststoffverband dazu äussern wird.