Man könnte es auch «Food waste» nennen

Mehr als 20 000 Menschen haben im ostspanischen Buñol an der traditionsreichen Tomatenschlacht «La Tomatina» teilgenommen. Wie jedes Jahr am letzten Mittwoch im August bewarfen sich Spanier und Besucher aus aller Welt rund eine Stunde lang mit überreifen Tomaten. Dabei wurden 145 Tonnen der roten Frucht eingesetzt. Nach dem Guinnessbuch der Rekorde ist es die grösste Lebensmittelschlacht der Welt. Einmal mehr aus Spanien: ein unsinniger Unfug, wie die Stierkämpfe. Was liesse sich nicht aus 145 Tonnen Tomaten alles herstellen? Dies im Zeitalter der Gegensätze: hie Überfluss, dort Nahrungsmangel. Die Verfahren, um diese Mengen an Tomaten zu verarbeiten, sind jedem Lebensmitteltechnologen bekannt. Sogar der Filmschauspieler Paul Newman wusste, wie man Tomaten verarbeitet... Kommt hinzu, dass Spanien nicht gerade ein Beispiel an gehobener Wirtschaftskraft darstellt. Die Zahl der Arbeitslosen ist hoch; sie lag im Juni bei 15,3 Prozent.