Déformation professionelle: Werbe- und Marketingleute kategorisieren die Produkte gerne. Da gibt es etwa die schnelldrehenden Konsumgüter, die Investitionsgüter, die Luxusgüter etc. Dann gibt es noch die «Low-interest products». Klopapier ist eins davon. Die Corona-Krise hat nun dafür gesorgt, dass sich dieses Low-interest- zum High-interest-product gemausert hat: WC-Papier ist zum Symbol der Corona-Krise geworden, ist ins Zentrum des täglichen Konsums gerückt. Die Psychiater mögen wissen, weshalb.  Otto-Normalverbraucher sagen sich: Es ist gut, eine Tonne extra davon im Hause zu haben – nebst all den Teigwaren und Konserven, die zum Überleben der Krise offenbar not-wendig sind. Zumal nun ganze Familien den ganzen Tag über, nächtens sowieso, zu Hause verbringen und in häuslicher Eintracht viel essen und daselbst ihre «Geschäfte» verrichten müssen. Somit wurde WC-Papier zum wertvollen, unverzichtbaren Komplementärgut. So ändern sich die Zeiten. Und die Gattungsbegriffe.  Zitat des Monats: «Inzwischen ist fast alles ‹made in China›. Wir kriegen nicht einmal eine eigene Epidemie hin. Und das, was dagegen helfen soll, muss auch importiert werden.» Henryk M. Broder, deutscher Journalist