Ketzerische Frage

Früher war’s eine beliebte Formel: x geteilt durch 10, wenn es um quantitative Sachverhalte ging, die in der Schweiz nicht erhoben worden waren, aber aus Deutschland entsprechende Länderwerte vorlagen. Möglicherweise ist diese 10-Prozent-Relation nicht mehr zutreffend, die demografischen Zahlen beider Länder ändern sich laufend. Bei den Pro-Kopf-Angaben dürften sich die Werte jedoch ähneln; denn die Konsumgewohnheiten beider Länder sind vergleichbar. Will heissen: 78 Kilogramm pro Kopf – so viel Verpackungsmüll wurde im Jahr 2020 bei Privathaushalten in Deutschland eingesammelt. Das waren pro Person durchschnittlich 6 Kilogramm mehr als im Jahr 2019. Im Corona-Jahr 2020 waren viele Menschen die meiste Zeit zu Hause. Eine der Folgen: Sie konsumierten mehr in den eigenen vier Wänden, sodass mehr Verpackungsmüll anfiel. Im Jahr 2020 stieg das gesamte Aufkommen an Verpackungsmüll in Deutschland um knapp 0,6 Millionen Tonnen oder 9,3 Prozent auf 6,5 Millionen Tonnen. Ketzerische Frage: Zählt das Verpackungswesen nun zu den Krisengewinnlern?