Das schlechte Gewissen nagt

Jedem Weingeniesser mit Ökobewusstsein muss es literweise und kalt den Rücken herunter-laufen, wenn er wie immer die leergetrunkenen Glasflaschen zum Entsorgen beiseitelegt. Der Weinhändler nimmt die leeren Flaschen nur ungern zurück, und die grossen Detailhandels-Geschäfte schon gar nicht. Aber wissen Weinschlürfer eigentlich, wie viel Energie die Herstellung von Glas frisst? Nein, wissen die nicht. Die Glasproduzenten wissen es, haben aber ein schlechtes Gewissen. Denn sonst würden sie sich nicht mit Klimaschutzprojekten befassen, die nichts mit Glas zu tun haben. Die grossen Schmelzwannen der Glasindustrie benötigen Temperaturen von mehr als 1’500 °C, die überwiegend durch die Verbrennung von fossilem Erdgas erreicht werden. Der deutsche Bundesverband Glasindustrie hat nun eine CO2-Roadmap zur Klimaneutralität vorgestellt. Dafür haben Wissenschaftler der Universität Stuttgart 3 Szenarien errechnet: Wasserstoff, Biogas oder Strom könnten demnach Erdgas ersetzen, allerdings erst bis 2045. – Übrigens: Wie geht es weiter, wenn der Iwan den Gashahn ganz zudreht?