Ein Papierkleidchen macht noch keinen Sommer

Eine aktuelle Studie der Universität Bonn zeigt, dass Konsumentinnen und Konsumenten Verpackungen aus Papier als besonders umweltfreundlich taxieren. Gleichwohl: Bei ihrer Kaufentscheidung schauen sie nicht nur auf die vermutete Umweltfreundlichkeit, sondern auch darauf, ob die Verpackung für das jeweilige Produkt als geeignet erscheint. So würde man meinen, dass unter diesem Gesichtspunkt eine Getränkeflasche aus Papier eher kritisch betrachtet wird. Die Firma Heinz Hein aus Wiesbaden bringt den Mut dazu auf und füllt den von ihr importierten Wein «Cantina Goccia» aus Italien in einer neuartigen, nachhaltigen und «papierverbrämten» Verpackung auf den Markt! Die ökologischen Aspekte dürfen sich sehen lassen: Mit 82 Gramm sei die Papierflasche fünf Mal leichter als eine Glasflasche und enthalte darüber hinaus 77 Prozent weniger Kunststoff als herkömmliche Kunststoffflaschen. Eine floral gemusterte Aussenhülle aus 94 Prozent recycelter Pappe schmückt das Produkt; innenliegendes PET wiederum schützt davor, dass die Papierverpackung aufweicht. Dadurch soll der Carbon Fussabdruck sechs Mal niedriger als der von Glasflaschen sein. So ganz aus Papier besteht die Flasche mithin nicht, und so kann denn wohl kaum von einer «Papierflasche» die Rede sein. Eine mutige Lösung stellt die papierverbrämte Flasche allemal dar.