Als Typographie das Design revolutionierte

Schrift ist nicht «nur» gleich Inhalt, sondern auch Form. Schrift kann subtile Wirkung entfalten. Gute Beispiele sind in der Sonderausstellung «Neue Typographie» des Verpackungs-Museums in Heidelberg zu besichtigen. Die gezeigten Exponate, die ihre Wurzeln in der Bauhaus-Zeit der Zwanzigerjahre haben, zeichnen sich durch klare, schnörkellose Gestaltung aus. Im Kontext der heutigen Gestaltungsstile ist diese Typographie jedoch nichts Neues. So erfolgte Ende der Fünfzigerjahre in der Schweiz gewissermassen die Renaissance, der von Jan Tschichold in den Zwanzigerjahren gelebten Typographie – mit der Basler oder Schweizer Typgrafie: serifenlose Schrift, asymmetrisch mit viel Weissraum angeordnet, schnörkellos, spannungsvoll und dynamisch. Ornamente und Schnörkel waren vor der Zeit Tschicholds, also vor 1924, allgegenwärtig. Deshalb wurde die damalige «neue Typographie» als revolutionär betrachtet. Vor allem in der Werbung und in der Gebrauchsgrafik fasste diese «neue Typographie» Fuss. Es kamen und kommen immer und immer wieder neue Stilrichtungen auf. Stand der Dinge? Mit der sog. neuen Typografie lässt sich heute noch – besonders im Verpackungsdesign – Sachlichkeit, Eleganz und Exklusivität transportieren.